Vorweg: Ich bin schuld, ich hätte früher losfahren können und mich nicht von meinem eigentlich unerschütterlichen Glauben abbringen lassen sollen, dass die Bahn gut ist. Und pünktlich. Meistens jedenfalls.
Doch da stand ich nun an dem verregneten und stürmischen Freitagnachmittag in Hamburg an der Bushaltestelle und wartete auf den 5er. Es war schon kurz vor knapp, aber da dieses Wunderwerk von Buslinie alle zwei Minuten fährt, wäre ich in 6 Minuten am Dammtor und dann – zack – in die Bahn nach Münster. Leider passierte 20 Minuten lang gar nichts.
Die Busse (drei), die dann direkt hintereinander kamen, waren gerappelt voll und kamen nach schier endlos langer Fahrt am Dammtorbahnhof an. Dort bin ich über die fünfspurige Straße zu den Fernbahngleisen gesprintet, um noch die Rücklichter meines Zuges zu sehen. Schon mal doof möchte ich sagen, wäre der nächste Halt nicht der Hauptbahnhof gewesen und da fuhr die S-Bahn in zwei Minuten hin. Da ist es immer voll, die Leute unheimlich langsam beim einsteigen und der Zug auch regelmäßig 10 Minuten zu spät. Nur an diesem einen Freitag nicht. Ich übrigens auch nicht, doch es nützte nichts, um 16.46 Uhr dampfte das Teil aus der Halle und ich durfte nochmal anfassen (aber nicht einsteigen).
Das war sie, die Sternstunde der Bahn: Der Zug nach Münster auf die Minute pünktlich ab Hamburg. Das eine verdammte Mal, wenn man sich 2 Minuten Verspätung wünscht.
Damit war die Sternstunde allerdings auch schon wieder zu Ende. Nach 40 Minuten im Reisezentrum hatte ich meine Reservierung für den Zug um 17:46 Uhr, doch welcher Wagen fehlte. Die Nummer 9, mein Wagen. Als ich um 20:03 Uhr in Münster eindampfte, wartete Katha schon und wir sind zum (letzten!) Bus nach L.A. gesprintet, um das Teil durch die Bahnhofstüren abfahren zu sehen – 4 Minuten zu früh! Naja, es kam dann doch noch einer und alles war gut.